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Ich packe meinen Koffer und nehme mit:

Paris! Ich finde Halle könnte eine Nachbarstadt gebrauchen. Seit ich aus Deutschland wieder zurück bin, habe ich irgendwie Lust, sowohl in Halle, als auch in Paris zu leben. Ich kann mich zwischen beiden Städten nicht so recht entscheiden...

Ansonsten kann ich euch erfreulicherweise mitteilen, dass das Semester vorbei ist, ich alle Prüfungen erfolgreich hinter mich gebracht und nun gaaanz viel Freizeit habe! Ein wenig bin ich schon froh, keine Prüfungen mehr in Frankreich ablegen zu müssen. Diese Uni hier ist einfach zu unorganisiert. Mein Prof für die Prüfung am Montag ist erst einmal eine Stunde zu spät angekommen. Dann hatte er kein Schlüssel für das Büro und musste zum Sekretariat laufen. Als der Raum erst einmal aufgeschlossen war, gefiel es ihm nicht (wtf?!). Danach probierte er die anderen Räume auf der Etage aus und letztendlich blieben wir doch im ersten Zimmer. Dann musste er noch einmal auf die Suche nach Papier gehen und sich von uns einen Kugelschreiber borgen - ein ganz klein wenig unvorbereitet! Ich wollte eigentlich als Erste die Prüfung ablegen, da ich mich mit Lina zum Tennisspielen verabredet hatte, aber der Prof wollte unbedingt seine Liste abarbeiten. Ca veut dire, dass ich erst als Vierte an der Reihe war. Da dieser Mensch aber so gerne redet, bedeutete dies', dass ich noch weitere eineinhalb Stunden warten musste! Schließlich dauerte auch meine mündliche Prüfung fast noch eine weitere Stunde...oh Mann!

Die letzte Zeit habe ich ausführlich zum Tennisspielen mit Lina genutzt, da die Gute nämlich heute zum Urlaub in den Süden aufgebrochen ist und in zwei Wochen, wenn sie zurück kommt, gleich weiter nach Norwegen zurück reist Na vielleicht spielt die Litauerin mit mir Tennis. Heute war ich dann ersatzweise ein Stündchen schwimmen. Leider klappt das Kraulen mitlerweile so gut, dass es ein wenig langweilig wird schwimmen zu gehen Oh je, ich brauche eine Beschäftigungstherapie! Ich habe mir sogar schon eine Liste aller Sehenswürdigkeiten und Museen in Paris angelegt, die ich mir unbedingt noch anschauen möchte!

So, ich breche dann mal wieder in mein die-Uni-ist-vorbei-Unterhaltungsprogramm auf - heute steht Kochen mit meinen Hallenser Kommilitonen auf dem Plan und danach geht es ins Kino! (Ich sollte mir dringend auch Schlafpausen in meinen Tagesplan einbauen!)

On y va!

9.6.10 18:22


Kleine Sorgen, die einem das Leben schwer machen

Dazu gehört zum Beispiel mein Akzent. Ja, ich weiß: Es könnte schlimmeres geben. Aber dieses Problem beschäftigt mich momentan am meisten. Nun bin ich ja eine kleine deutsche Perfektionistin und versuche krampfhaft so zu sprechen, dass man mich für eine Einheimische halten möge. Was dabei herausgekommen ist, sorgt in meinem Freundes- und Bekanntenkreis für Diskussionen und die Kommentare reichen von "komisch" über "witzig" bishin zu "niedlich." Ich habe mir von den Franzosen erklären lassen, dass ich keinen speziell deutschen Akzent hätte; er sei weniger stark, aber so richtig einordnen können sie ihn nicht. Andere glauben, es sei ein leicht englisch beeinflusster Akzent. Englisch war irgendwie einfacher zu lernen. Nach ein paar Monaten in der USA hat kaum noch jemand bemerkt, dass ich nicht Amerikanerin bin. Ganz ehrlich: Ca m'énerve. Beaucoup.

Naja, so viel zu meinen überaus schwerwiegenden Problemen Ansonsten verbringe ich meine vielen freien Tage mit Schwimmen und Sightseeing und die Abende mit Freunden in lauter neu entdeckten Kneipen und Clubs. Im Centre Pompidou war ich nun auch endlich einmal und muss feststellen, dass moderne Kunst wirklich nichts für mich ist. Ich bin nicht gerade eine Verehrerin von Picasso. Aber es gibt vielerlei Kunstprojekte, die bedeutend schlechter sind. Dazu zählt ein weißer Raum, mit weißen Wänden, an denen weiße Bilder hängen, oder ein Video, in dem einem Huhn der Kopf abgehackt wird und eine nackte Frau die zappelnden Überreste festhält.  Interessant war auch der abgedunkelte Raum mit einem auf den Fußboden projeziertem Video, in welchem der Protagonist sich eine Sonde in alle möglichen Körperöffnungen steckt. Nasenlöcher und Speiseröhre habe ich erkannt. Den Rest möchte ich gar nicht wissen! Hinzu kommen alle sich selbst verstümmelnden Künstler: Fotos von sich aufschlitzenden Händen, Armen und Füßen, eine nackte Frau, die am Strand mit einem Stacheldrahtreif HoolaHoop tanzt...

Mal sehen, was Paris noch so mit sich bringt!

18.6.10 21:14


Katerlaune und Abschiedsstimmung zugleich

Meine kulturelle Tour geht weiter - Katakomben, Pariser Pornofilmfest und heute Nachmittag Theater in der Comédie Francaise. Nachts wird munter gefeiert, da die meisten meiner Erasmus-Kommilitonen bereits nächste Woche abreisen. Gestern war ich mit Freunden wieder auf einem Boot feiern, zuvor gab es dort noch ein Buffet und wir sind die Seine entlang gefahren. Weil es hier momentan so schrecklich kalt ist (grausige, windige 11 Grad!!!), habe ich meine Jacke und Schal nicht an der Garderobe abgegeben - mit dem Ergebnis dass sie morgens um vier geklaut wurden. Jaaa, Paris versucht mir wohl den Abschied leicht zu machen! Sämtliche andere Jacken habe ich Ende Mai natürlich schon nach Deutschland gebracht... Meine Mitbewohnerin war glücklicherweise so nett mir eine ihrer Jacken herauszusuchen, auf die sie in Italien erst einmal verzichten kann. Und da kommen wir auch schon zur Abschiedslaune. Ary und Giuli kehren morgen nach Italien zurück und sind fleißig am packen. Thomas und ich saßen im Zimmer und sahen ihnen dabei zu. Das ist schon irgendwie ein komisches Gefühl gewesen. Als Ary dann auch noch Andrea Bocelli mit "Time to say goodbye" anwarf, hielten Thomas und ich es nicht mehr aus und haben im Wohnzimmer eine "Gegenparty" veranstaltet. Alles ist so komisch... ich glaube ich sollte schlafen gehen.
20.6.10 18:02


Chapitre final

Tja ihr Lieben, ein letzter Gruß von mir! Meine letzte Woche in Paris war aufregend und geschäftig. Am Montag zur Fête de la musique bin ich zu einem wundervollen Konzert im Louvre gegangen. Das Pariser Orchester hat dort unter Leitung von Kristjan Järvi ein Konzert unter dem Titel " la nuit américaine" gegeben. Wir alle saßen auf dem Boden direkt unter der Glaspyramide und lautschten bei Sonnenuntergang Stücke von George Gershwin, John Adams und Leonard Bernstein. Die Atmosphäre war so großartig, dass mir beinah die Tränen kamen. Solche Augenblicke werde ich an Paris vermissen! Im Anschluss an das Konzert blieb ich die ganze Nacht tanzend mit Freunden in den Straßen der Stadt. An jeder Ecke gaben Musiker ihr Bestes.

Die darauffolgenden Tage versuchte ich den ganzen Papierkram an der Uni zu erledigen, was mich 3 Tage kostete! Ach bin ich froh, dass ich erstmal keine Unterschriften mehr von französischen Professoren benötige, die nur selten zu ihren Sprechstunden auftauchen!

Am Freitag war ich mit zwei Kommilitonen noch einmal im Louvre, aber auch nach diesem zweiten Mal habe ich noch nicht einmal die Hälfte des Museums gesehen. Die Ausstellung über Yves Saint Laurent im Petit Palais war auch ein Erlebnis. Ohne diesen Menschen würden wir Frauen vielleicht heute noch Röcke tragen! Außerdem habe ich Kleidungsstücke seiner Kollektionen der sechziger und siebziger Jahre gesehen, die ich noch genau so heute tragen würde. Mode wiederholt sich! Am Samstag war ich schließlich mit meinen beiden Mitbewohnern und einem Freund zur Gay Pride Parade quer durch Paris bis zum Place de la Bastille, wo wir noch Stunden weiter tanzten. Abend waren wir wieder feiern, wie so oft in den letzen Wochen. Dabei hab ich die Champs Elysée auffallend oft gesehen, da wir bei den momentan warmen Temperaturen häufig zu Fuß vom Arc de Triomphe nach Hause gegangen sind. Jedes Mal dachte ich wehmütig, dass es vielleicht das letzte Mal sei und spätestens am Tag darauf sah ich sie wieder!

Das Achtelfinale zwischen Deutschland und England am Sonntag habe ich schließlich mit meinen Mitbewohnern und französichen Freunden beim Public Viewing vor dem Eiffelturm gesehen und mich über unseren Sieg gefreut. Ganz besonders, weil meine Mitbewohner sich sicher waren, dass England gewinnt! Hehe, ihre Blicke bei jedem einzelnen Tor... Nach dem Spiel haben wir noch mit ein paar jungen Deutschen, die wir dort kennen lernten in der Rue Oberkampf auf den Sieg angestoßen und den Abend schließlich am Ufer der Seine mit Blick auf Notre Dame und ein paar Flaschen Wein ausklingen lassen. Der Abend war etwas ganz besonders für mich, da ich gestern, am Montag, in den Zug zurück nach Deutschland gestiegen bin! Es war definitiv ein schöner und lustiger Abschiedsabend; Thomas und ich bewegten uns Radschlagend durch die Metrostationen auf den Heimweg.

Der Montag war weniger lustig - Thomas arbeitete, Nico war unterwegs zu Vorstellungsgesprächen und ich packte traurig und allein meine Koffer und putzte den Rest des Tages unsere Wohnung. Abends half mir Nico mit meinem Gepäck zum Gare de l'est und auch Thomas kam noch rechtzeitig (trotz Metroproblemen) von der Arbeit zum Bahnhof. Und nun bin ich wieder in Halle, wenn auch müde. Die Monate in Frankreich waren wunderschön und Paris wird mir fehlen!

 

Catacombes

 

 

Während des Konzerts

 

Nach dem Konzert

 

Beim Public Viewing - Deutschland:Ghana

29.6.10 22:05





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