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À Paris

So ihr Lieben, hier ist also mein erster Eintrag. Ich bin nun schon 2 Wochen in Paris und es kommt mir vor, als seien Monate vergangen. Man gewöhnt sich ziemlich schnell an diese Stadt und das Leben hier - an den Lärm, die vielen Menschen, Touristen und die Metro. Mittlerweile rege ich mich schon auf, wenn ich länger als 3 Minuten auf die nächste Metro warten muss und über Touristen sind sowieso schlimm (die stehen aber auch wirklich immer im Weg!).

Nachdem ich die ersten Tage im Hostel verbracht habe, wohne ich nun bei meinem Kommilitonen Oli, mit dem ich mir seine Einzimmerwohnung teile. Ab März ziehe ich dann in eine WG mit 2 italienischen Studentinnen, einem Italiener und einem Franzosen (den ich bisher noch nicht kennengelernt habe). Dort gibt es sogar eine Waschmaschine! Ja, das ist tatsächlich etwas besonderes! Oli und ich schleppen dagegen regelmäßig unsere Dreckwäsche in die nächste Laverie. Unser "Studio" - wie man hier Einzimmerwohnungen nennt, ist im 17. Arrondissement, d.h. im Nortwesten der Stadt. Das Viertel ist recht gemütlich, es gibt hier viele kleine Bars und Cafés und lauter kleine Boulangerien, Laverien, Fromagerien etc.

Unser Vermieter ist etwas komisch. Er will die Wohnung im Sommer verkaufen und bringt ab und zu Gäste vorbei, die die Wohnung besichtigen. Leider vergisst er auch mal bescheid zu sagen (oder macht er das tatsächlich absichtlich?!) und kommt ohne Voranmeldung in die Wohnung spaziert. Einen Schlüssel hat er ja. Eigentlich wohne ich ja auch eher inoffiziell bei Oli, aber da ich letzte Woche mitten in eine Wohnungsbesichtigung hereinplatzte, weiß der Vermieter nun bescheid. Seid ihr schon mal nach Hause gekommen und da waren fremde Leute in eurer Wohnung? Ich war ein wenig durcheinander...Gestern genau das Gleiche, es klopfte früh um 10 Uhr (Oli und ich hatten gestern beide erst Nachmittags Uni) an der Tür und unser Vermieter brachte jemanden zum Vermessen der Wohnung mit. Oli war gerade beim Zähneputzen, und ich lag noch in meinem Bett...Argh, diese Franzosen.

Die Uni hat nun auch endlich richtig angefangen. Ich belege hauptsächlich Französischkurse und "nur" 3 Politikkurse. Aber in denen verstehe ich zur Zeit (fast) gar nichts. Die Französischkurse sind dafür sehr hilfreich. Man sollte dieser Uni nur mal den Tipp geben, dass Vorlesungen morgens um 8.30Uhr und Kurse bis 20.30Uhr nicht gerade menschlich sind! (Solche Kurse konnte ich leider nicht umgehen...) Schon gar nicht in einer Stadt wie Paris, wo man immer mindestens 40 Minuten bis zur Uni braucht. 

Die letzten beiden Wochenenden habe ich mir Paris mal ein wenig angesehen - Musée d'Orsay, l'Arc de Triomphe, Champs Élysée, Sacré Coeur. An den Wochenenden sind leider auch immer viele Touristen unterwegs, aber in der Woche habe ich ja Uni. Ich belege aber auch einen Französischkurs namens "Vie culturelle". In dem Kurs besuchen wir mit unserer Lehrerin verschiedene Ausstellungen, Museen und Filmvorstellungen. Damit ich auch mal ein bisschen mehr sehe, als "nur" Eiffelturm & Co. 

Es gibt noch so viel zu erzählen, aber ich werde jetzt erst einmal mit einer Freundin Kaffee trinken gehen À bientôt!

(und noch ein Bild von meiner Wohngegend: ein Blick aus unserem Fenster)

17.2.10 14:21


17.2.10 14:25


Unialltag

So langsam nimmt mein Stundenplan Gestalt an. Gestern und heute hatte ich meine ersten Kurse morgens um 8.30Uhr...echt grausam und ich muss dafür spätestens um 7.45Uhr aus dem Haus gehen. Aber wenigstens fahren die Metros morgens im 2-Minuten-Takt. Ich bin zwar immer einige Minuten zu spät dran, aber trotzdem noch vor den Dozenten da, hehe. Die kommen nämlich auch meist zu spät - beschweren sich dann aber über die jenigen, die noch später kommen! Meine "Lieblingslehrerin" hat letzte Woche eine verspätete Studentin dazu gebracht auf der Türschwelle kehrt zu machen und (weinend) wieder zu gehen...

Die Uni Paris X Nanterre ist im Gegensatz zur Uni in Halle auf einem Campus zentriert, in der Mitte prangt das große Uni-Sportzentrum mit eigenem Schwimmbad. Die Mensa ist auch gut ausgestattet. Das Mittagessen kostet hier immer 2,90Euro. Aber zum Mittag gehört hier neben dem Hauptgericht auch eine Vorspeise (Salat jeglicher Art), Käse oder Joghurt als Zwischengang, ein Dessert (oder stattdessen frisches Obst, yippieh) und ein Brötchen. Wasserspender stehen auch rum und wem das Essen zu kalt ist, kann es in einer der Mikrowellen im Speisesaal wieder aufwärmen. Die Qualität des Essens geht. Ich glaub, jeder der mit dem Mensaessen in Halle klar kommt, sollte auch hier keine Probleme haben. 

Die französischen Studenten sind ein Völkchen für sich. Alle sind sehr nett und hilfsbereit, bleiben aber ansonsten eher unter sich. Erasmus-Studenten bleiben daher auch in ihrer eigenen Welt.  Die Hälfte aller Erasmus-Studenten scheint italienisch zu sein, aber ich habe auch schon etliche Uiguren getroffen.

Die Vorlesungen verlaufen hier auch etwas anders, als in Deutschland. Power Point etc. gibt es hier nicht. Die Profs stellen sich mit ihren Zetteln vorne hin und rattern ihren Text runter. Ab und zu schreiben sie einen Namen oder Begriff an die Tafel, oder wiederholen was, damit man mitschreiben kann. Und das nehmen die französischen Studenten auch sehr wörtlich. Stichpunkte macht keiner. Mitschreiben bedeutet hier, möglichst Wort für Wort des Professeurs zu notieren. Ich weiß nicht, wie seitenweise Text beim Lernen helfen soll, aber was soll's.

Von den Vorlesungen versteh ich noch nicht viel, aber das wird schon. Politikwissenschaft ist hier eh ein wenig anders aufgebaut. Die Studenten haben zuerst Geschichts- und Soziologiekurse und belegen erst später Politik. Mir wurde sogar geraten, ruhig einen Kurs vom Masterprogramm zu belegen. Irgendwie ist noch immer nicht klar, wie viele Kurse bzw. wie viele Credits wir Erasmus-Studenten hier erreichen müssen. Wir sind ein wenig nervös, aber auf Nachfrage hat man uns nur "ein wenig mehr bürokratische Entspanntheit" gewünscht. Naja, das ist leichter gesagt, als getan, wenn es dabei um mind. 150Euro monatlich geht, die man entweder nicht bekommt, oder später zurückzahlen darf, wenn man zu wenige Fächer belegt...

So, mal wieder Zeit für 'ne kleine Kaffeepause. Mein Kurs ist ausgefallen und ich treff' mich erstmal mit 'nem Italiener aus meinem Französischkurs.

À bientôt!

19.2.10 13:49


« Je pense, je pense…Qu’est-ce que je pense ? Eh… »

Salut tout le monde, wie war euer Wochenende? Ich habe meines mal wieder dazu genutzt, mir Paris anzusehen. Samstag habe ich jedoch erst einmal ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt und nachdem sich mein Mitbewohner auf die Suche nach einer Bibliothek machte, habe ich mir zum ersten Mal seit ich hier bin, meine Gitarre geschnappt und ein wenig geübt.

Anschließend bin ich bei frühlingshaften 8 Grad und strahlendem Sonnenschein zum Place de la Concorde gefahren und im Jardin des Tuileries  spazieren gegangen! Noch blüht dort zwar nicht viel und samstags sind auch viele Touristen unterwegs, aber der Besuch war es dennoch wert. Der Park ist nicht nur bei Touristen beliebt. Man entdeckt dort Pariser jeden Alters; Kinder werfen sich Bälle zu, andere joggen, Pärchen sitzen knutschend auf den Bänken usw. Die Atmosphäre dort war schon irgendwie so'n bisschen perfekt.

Am Abend war ich mit ein paar Erasmus-Leuten im Kino zu "Valentine's Day". Faul wie wir sind, haben wir uns den Film in der englischen Originalversion angesehen. Uns Mädels hat's gefallen, die Jungs brachten - verständlicherweise - nur ein träges "pas mal" hervor. Anschließend waren wir noch in der Rue Oberkampf was trinken. In der kleinen Bar lief Livemusik und so 'ne verrückte alte Dame tanzte wild umher. Ich bekam so ein bisschen Angst, dass sie sich die Klamotten vom Leib reißt - ich nehme mal an, dass sie die Happy Hour ausführlich genutzt hatte...

Überall findet man Halberstäder, auch in Paris! Und deshalb habe ich mich gestern mit Ville (die hier gerade ein Praktikum macht) und Christian zum Mittagessen im chinesischen Viertel getroffen. Anschließend waren wir mit Lina und Anna (eine weitere Deutsche) zur chinesischen Neujahrsparade verabredet, um das Jahr des Tigers einzuläuten. Die Parade war in Ordnung, aber dennoch die am schlechtesten organisierte Parade, die ich je erlebt habe. Sie begann viel zu spät, stockte ab und zu und irgendwie schien keiner so recht zu wissen, wer was wann wo macht. Bunt war's trotzdem!

Anschließend haben wir uns noch das Quartier Latin angesehen und das Panthéon. Bis gestern wusste ich nicht, was das Panthéon genau ist - öhm, ehrlich gesagt, weiß ich es noch immer nicht so recht. Aber auf jeden Fall liegen da im Keller die Leichen von Voltaire, Rousseau, Alexandre Dumas, Marie Curie (als EINZIGE Frau!) und Anderen. Das Ding hat verdammt viele Leichen im Keller! Netterweise kommt man ins Panthéon, wie auch in die meisten anderen Sehenswürdigkeiten Paris' als EU-Bürger unter 26 Jahren kostenlos hinein. Für Lina - als Norwegerin kein EU-Mitglied - ist das natürlich ganz schon blöd. Aber da sie bei ihrem Austauschjahr in Großbritannien ihren Führerschein gemacht hat, haben wir sie als in Norwegen geborene Britin reingeschmuggelt. Hat geklappt Nach dem kalten Panthéon brauchten wir erstmal einen Kaffee. Danach war ich noch mit Ville und Christian im Jardin du Luxembourg und als es dunkel wurde sind wir nach Montmartre gefahren und haben noch ein Foto vom Moulin Rouge gemacht. Schick ist es ja. Aber die Shows sollen ganz schön teuer sein!

Noch ein paar Fotos vom Jardin des Tuileries:

Le défilé du dragon - Nouvel an de Chinois:

und das Moulin Rouge:

22.2.10 13:59


Morgens um sieben in Paris

Gestern wollte ich in Ruhe ausschlafen, da ich mittwochs keine Kurse habe und dann wurde ich morgens um sieben von einem ungeheuren Krach geweckt. Da wurde doch tatsächlich ein Stück der Straße vor unserem Haus aufgerissen! Morgens um sieben! Habe ich schon erwähnt, dass die Fenster hier so schlecht isoliert sind, dass ich eh das Gefühl habe bei offenem Fenster zu schlafen?

Gestern war ich nochmal bei meiner neuen WG, zu der ich am Montag ziehen werde und habe meinen Mitbewohner Nicolas kennengelernt. Wir haben es sogar geschafft, ein wenig über Politik zu diskutieren und Witze über Berlusconi zu reißen. So langsam wird mein französisch besser. Die erste Woche werde ich das Schlafzimmer für mich allein haben, weil die Mädels die Ferien nutzen, um nach Italien zu fahren. Ich werde die Ferien hier in Paris bleiben, da ich ohne BAföG und Erasmusgeld noch nicht viel unternehmen kann. Aber immerhin habe ich eine Email vom BAföG-Amt erhalten, dass ich Anfang März Geld bekomme und den Papierkram für das Erasmus-Büro habe ich auch erledigt. Dafür geht es dieses Wochenende mit ein paar Mädels nach Rouen.

So, und jetzt ab zum Kurs! À bientôt!

25.2.10 10:52





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